EM-Drama- A-Team verpasst Medaille nach Sturz im Finale

Blau-Weiss Buchholz tanzt bei der Europameisterschaft der Lateinformationen auf den 4. Platz

Foto: privat

Eine Mischung aus großem Stolz über die erbrachte Leistung und tiefer Enttäuschung über das verpasste Edelmetall prägte den späten Samstagabend im Multiversum Schwechat bei Wien. Zehn hochkarätige Mannschaften traten bei der Europameisterschaft der Lateinformationen an, um den begehrten Titel zu ertanzen. Für das A-Team von Blau-Weiss Buchholz endete die intensive Reise nach einem dramatischen Finale auf dem undankbaren 4. Platz.

Extreme Bedingungen in der eigentlichen Saisonpause

Der Weg zu dieser Europameisterschaft verlangte dem Team um das Trainergespann Franziska Becker, Christopher Voigt, Florian Hissnauer und Steffen Sieber alles ab. Nach einer langen Bundesligasaison, die das Team zwar auf Platz zwei beendete, mit deren Leistung man aber nicht restlos zufrieden war, lag der EM-Termin mitten in der wohlverdienten Sommerpause.

Zusätzlich zu kurzfristigen Team-Umstellungen stand die Mannschaft vor einer extremen Doppelbelastung: Parallel zur EM-Vorbereitung läuft bereits die zeitintensive Entwicklung der komplett neuen Choreographie für die kommende Saison.

„Wir mussten das Team noch einmal umstellen sowie die Doppelbelastung mit der neuen Choreographie-Erstellung meistern und das in der eigentlichen Saisonpause, in der die Teams Kraft für die neuen Herausforderungen sammeln. Die Mannschaft hat aber enormes Rückgrat bewiesen und sich der Herausforderung gestellt. Das hat uns Trainer sehr beeindruckt“, erklärt Trainerin Franziska Becker.

Spannendes Finale und Punktabzug nach Sturz

In der Vorrunde deutete das Buchholzer Team mit der Choreographie „On the Floor“ bereits sein Potenzial an, ließ aber noch Luft nach oben. Im Semifinale folgte dann die nötige Leistungssteigerung, sodass sich die Formation souverän für die Runde der besten sechs Teams qualifizierte.

Als fünfter Starter im großen Finale zeigten die Blau-Weiss Tänzerinnen und Tänzer ihre sportlich beste Leistung des gesamten Turniertages. Doch ein schwerer Sturz in der Höchstschwierigkeit, dem sogenannten „Roundabout“, kostete wertvolle Punkte und trübte das Gesamtbild. Am Ende reichten 31,6 Punkte nicht ganz für das Podest.

„Unter den gegebenen Umständen sind wir mit unserer Leistung hier und heute im Grunde zufrieden, wenngleich wir nicht so optimal austrainiert waren, wie zum Beispiel auf einer Weltmeisterschaft im Dezember. Nichtsdestotrotz sind wir der Meinung, dass wir in den Punkten zu schlecht weggekommen sind“, so Becker, die wiederum die sportliche Einstellung ihrer Mannschaft lobte, sich der Herausforderung „Europameisterschaft und neuer Choreographie“ zu stellen.

Blick nach vorn: Das neue Projekt im Visier

Trotz der ersten Enttäuschung beweist die Mannschaft echte sportliche Haltung. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt ohnehin nicht, denn der Fokus wechselt ab sofort ohne Umwege auf die Vorbereitung der neuen Saison und das Ziel der Weltmeisterschaftsqualifikation.

„Es hilft uns enorm, dass die Mannschaft bereits jetzt heiß auf das neue Projekt ist und das neue Thema begeistert aufgenommen wurde“, berichtet Co-Trainer Christopher Voigt.

Wer die Mannschaft und die neue Choreographie live erleben möchte, muss sich noch bis zum Herbst gedulden. Das neue Programm wird im Rahmen einer öffentlichen Generalprobe im Oktober offiziell vorgestellt.

 

Hans-Joachim Kriese

Ergebnisse der Final-Teams „Europameisterschaft der Lateinformationen“ in Schwechat
  1. HSV Zwölfaxing A Team, Österreich (35.600)
  2. Tanzsportgemeinschaft Bietigheim, Deutschland (33.200)
  3. Adagio, Ukraine (33.200)
  4. Blau-Weiss Buchholz, Deutschland (31.600)
  5. Sportunion FTSC Perchtoldsdorf, Österreich (29.950)
  6. XS Latin Camebridge A Team, United Kingdom (29.850)